Mit den Augen eines Kindes sehen lernen - Zur Entstehung einer Frühtraumatisierung bei Pflege- und Adoptivkindern und den möglichen Folgen

Kinder, die seit frühester Kindheit nicht mehr in ihren leiblichen Familien wohnen, haben meist schon eine Menge hinter sich, wenn sie in der Pflege- oder Adoptivfamilie ankommen. Daraus ergeben sich häufig große Verhaltensschwierigkeiten, die wir erst verstehen und dann auch erst richtig intervenieren können, wenn wir „Mit den Augen dieser Kinder sehen lernen“.

Bereits die Trennung von der leiblichen Mutter vor dem siebten oder - schlimmer noch - vor dem dritten Lebensjahr - kann man sich, aus Sicht des Kindes betrachtet, gar nicht dramatisch genug vorstellen. Für das Kind ist es zunächst wie ein Todesurteil, dass es "ohne Macht" - ohnmächtig - entgegennehmen muss.

 

Inhalt

  1.  Was ist der Unterschied zwischen einer seelischen Verletzung und einem Trauma?
  2.  Was ist ein Trauma?
  3.  Was ist der Unterschied zwischen Trauma und Frühtraumatisierung?
  4.  In welchen Momenten kann Frühtraumatisierung entstehen?
  5.  Zu welchen Folgen kann die Frühtraumatisierung führen?

 


Anstrengungsverweigerung – von und mit Dr. Bettina Bonus - eine der häufigsten und gleichzeitig gravierendsten Folgen einer Frühtraumatisierung

 

Die Anstrengungsverweigerung ist eine der häufigsten Folgen einer Frühtraumatisierung. Sie reicht von kleinen Bequemlichkeiten über Leistungsverweigerungen in der Schule bis hin zu der Unfähigkeit, sich vernünftig die Haare zu waschen oder den Po abzuwischen. Bis heute wird diese gravierende Folge in andere Schubladen gesteckt, mal spricht man von „Faulheit“, von „Pubertät“, mal von „Lernbehinderung“, mal von „geistiger Behinderung“. Damit wird man den frühtraumatisierten Kindern aber nicht gerecht. Man muss lernen, die Zusammenhänge mit ihrer Grundproblematik zu sehen. In diesem Seminar soll es um die verschiedenen Facetten der Anstrengungsverweigerung gehen.

 

Anhand von Fallbeispielen werden Möglichkeiten des Umgangs mit Anstrengungsverweigerung aufgezeigt.

Inhalt

  •   Was ist eine Anstrengungsverweigerung und wie kann sie aussehen?
  •   Fallbeispiele von verschiedenen Anstrengungsverweigerungen
  •   Wie entsteht eine Anstrengungsverweigerung?
  •   Vorgehensweisen bei Anstrengungsverweigerungen
  •   Fallbeispiele zur Vorgehensweise

 

 

Liebe und nachtragende Konsequenz - eine spezielle Pädagogik für aggressive, regelverletzende, grenzüberschreitende Pflege- und Adoptivkinder

 

In diesem Seminar möchte ich Ihnen eine spezielle Pädagogik für aggressive, regelverletzende und grenzüberschreitende Pflege- und Adoptivkinder vorstellen, die ich im Laufe der letzten 30 Jahre in der praktischen Arbeit mit hochproblematischen Pflege- und Adoptivkindern entwickelt habe.

 

Was das Martyrium, das hochproblematische Pflege-und Adoptivkinder in der Regel in der Zeit vor der Pflege- oder Adoptivfamilie durchlebt haben, aus diesen Kindern machen kann, erleben Pflege- und Adoptiveltern täglich, wenn sie ein aggressives, regelverletzendes und grenzüberschreitendes Pflege- oder Adoptivkind in ihre Familie aufgenommen haben. Vielleicht war das Kind am Anfang noch nicht einmal auffällig, ist es aber im Laufe der Zeit geworden. Sensible Eltern spüren, wie diese Kinder aus einer ganz tiefen seelischen Not heraus handeln und sie spüren auch, inwieweit das hochproblematische Verhalten ihres Kindes, welches sie äußerlich sehen, mit den Augen des Kindes gesehen, nur die Spitze des Eisberges ist.

 

Die meisten Regelverletzungen, ein Großteil der Aggressionen und die Grenzüberschreitungen können durch intensiv gezeigte Liebe, gepaart mit Durchsetzungsfähigkeit und Führungsstärke beendet werden.

 

Für das, was von diesem Fehlverhalten nach dem Einsatz der Pädagogik, die allgemein bekannt und einsichtig ist, nach der Anwendung von Belohnungen und normalen Konsequenzen noch übrig geblieben ist, habe ich eigens ein pädagogisches Mittel der letzten Wahl entwickelt:

„Die nachtragende Konsequenz“

 

Ich werde darlegen, wie diese Kinder in einem inneren Gefängnis der von ihnen entwickelten Überlebensstrategie kreisen, aus dem es für die Kinder und später auch für sie als Erwachsene aus eigener Kraft kein Entrinnen gibt. Um aus diesem inneren Gefängnis befreit zu werden, brauchen die Kinder Eltern mit speziell zu entwickelnden Fähigkeiten. Ich möchte den Teilnehmern einen Weg, aufzeigen, der, auch wenn er sehr steinig ist, aber doch von ALLEN Pflege- und Adoptiveltern zu schaffen ist.

 

Inhalt

  •     Was ist eine Frühtraumatisierung?
  •     Welcher Zusammenhang besteht zwischen den Folgen einer Frühtraumatisierung und dem aggressiven     
        regelverletzenden, grenzüberschreitenden Verhalten von Pflege- und Adoptivkindern?
  •     Welche innere Dynamik entwickelt sich?
  •     Was kann ich konkret in den einzelnen Altersstufen tun, um den Teufelskreis zu durchbrechen?
  •     Wie kann ich kritische Situationen im Vorfeld geschickt verhindern?
  •     Konkrete Vorgehensweise bei der nachtragenden Konsequenz und deren Verlauf
  •     Verhalten bei Eskalation

 

 

 

Lügen und Stehlen bei Pflege- und Adoptivkindern. Was kann man tun?

 

Lügen und Stehlen sind häufige Phänomene, die bei frühtraumatisierten Pflege- und Adoptivkindern auftauchen. Häufig fühlen sich die Pflege- und Adoptiveltern völlig machtlos dagegen. Es gibt Wege, diese Probleme anzugehen, Sie sind aber meist mit viel Arbeit für die Pflege- und Adoptiveltern verbunden. Dennoch sind es sinnvolle Wege, weil sie sehr erfolgreich sind und dem Kind helfen, im bürgerlichen Leben zu verbleiben. Wie diese Lösungswege aussehen und warum es wichtig ist, die auch manchmal für die Pflege- und Adoptiveltern sehr anstrengenden und kraftraubenden Wege zu gehen, wird in diesem Seminar behandelt. Dabei lege ich besonderen Wert darauf, den Pflege- und Adoptiveltern neben vielen konkreten Ideen, die man im Alltag gut umsetzen kann, auch wieder neuen Mut und neue Kraft mit auf den Weg zu geben.

Inhalt

  • Hintergrundwissen, um die Pflege- und Adoptivkinder von innen heraus zu verstehen
  • Beispiele und Fragestellungen der Pflege- und Adoptiveltern
  • Was kann man konkret gegen das Lügen und Stehlen tun?
  • Fallbeispiele zur Vorgehensweise

 


Prävention im Kindesalter zur Abschwächung oder Vermeidung zugespitzter pubertärer Krisen der Adoptiv- und Pflegekinder

Pflege- und Adoptivkinder haben durch den schmerzhaften Verlust ihrer gewohnten Umgebung und der wichtigsten Bezugspersonen meist schon in frühester Kindheit mindestens ein Trauma erlitten. Leider gesellen sich häufig vor der Herausnahme aus der leiblichen Familie und danach noch zusätzliche traumatisierende Erlebnisse hinzu, bevor die Kinder in ihre Pflege- oder Adoptivfamilie kommen. So ist es nicht verwunderlich, wenn diese Kinder im Verlauf ihrer Entwicklung oft problematisch werden. Die Folgen zeigen sich manchmal sogar erst später in der Pubertät. Um das Kind vor den zum Teil schwerwiegenden Folgen der pubertären Krisen zu schützen und sich als Eltern die Arbeit in schwierigen Zeiten der Pubertät zu erleichtern, ist es sinnvoll, schon im frühen Kindesalter mit der Prävention von Krisen zu beginnen. In diesem Seminar werden die Eltern auf frühe Anzeichen eines möglicherweise später problematischen Verhaltens aufmerksam gemacht und es werden Ihnen Möglichkeiten der Prävention aufgezeigt.
 

Inhalt

  • Was ist eine Frühtraumatisierung?
  • Welche Folgen können aus der Frühtraumatisierung entstehen?
  • Fallbeispiele möglicher Folgen
  • Was sind Frühwarnzeichen und wie erkenne ich sie?
  • Möglichkeiten der Prävention
  • Fallbeispiele der Prävention