Ihr Kind "haut ab"

 

  1. Grundsätzlich können Sie ein "Abhauen" nicht verhindern, denn sonst müssten Sie das Kind anketten. Unabhängig davon sollte es das oberste Ziel sein, dass das Kind nach Hause zurückkehrt.
  2. Machen Sie sich bewusst, dass die Gründe für das "Abhauen" in der Regel nicht im Verhalten der Pflege- oder Adoptiveltern, sondern in der Frühgeschichte des Kindes liegen.
  3. Machen Sie Ihrem Kind das Leben "auf der Straße" so ungemütlich wie nur möglich. Beispielsweise sollten Sie mögliche Anlaufstellen wie Nachbarn, Freunde oder Verwandte informieren und dafür Sorge tragen, dass das Kind sofort nach Hause geschickt wird.
  4. Wichtig ist dabei: Das Kind darf von niemandem bemitleidet oder gar für sein Verhalten in Schutz genommen werden.
  5. Es muss für alle Beteiligten deutlich sein, dass Flucht keine Lösung ist - zu Hause nicht und auch nicht im Leben.
  6. Solange Ihr Kind außer Haus ist, haben Sie nur wenige Möglichkeiten, pädagogisch einzugreifen. Konzentrieren Sie Ihre Kraft deshalb auf die Zeit, in der Ihr Kind wieder zu Hause sein wird.
  7. Sie haben nach der Rückkehr viele Möglichkeiten, aktiv zu reagieren, und es sollte auf jeden Fall eine Konsequenz erfolgen.

    Beispiel:
    Eine von vielen Konsequenzen könnte der Entzug des Haustürschlüssels sein. Er ist ein Zeichen des familiären Vertrauens. "Abhauen" ist der Familie gegenüber unloyal – dies muss dem Kind deutlich werden. Notfalls muss man auf ein Türschloss ohne Schlüssel - auf ein Schloss mit Zahlencodesystem  zurückgreifen.