Erziehe ich falsch?

  1. Wie war das Verhalten Ihres Kindes, als es zu Ihnen in die Familie kam?
  2. Erinnern Sie sich noch, wie es sich verhielt, nachdem es die Eingewöhnungsphase hinter sich hatte?
  3. Bedenken Sie, dass auch hochproblematisches Verhalten „mitwächst“ und sein Gesicht verändert:

 

Beispiel: 

Ein Kind, das schon vor der Aufnahme in Ihre Familie bei kleinsten Schwierigkeiten auf die höchsten Bäume kletterte und sich einfach weigerte, wieder herunterzukommen, wird in der Pubertät vielleicht schon bei leichtesten Schwierigkeiten "abhauen" und sich mit aller Vehemenz weigern, wieder in die Pflege- oder Adoptivfamilie zurückzukehren.

 

  1. Machen Sie sich klar, dass Sie nicht verantwortlich sind für Störungen, die Ihr Kind vor der Aufnahme in Ihre Familie erworben hat.
    Schuldgefühle sind kein guter Ratgeber, gerade im Umgang mit schwierigen Kindern

    Beispiel: 

    Das Beispiel zeigt, dass nicht Sie die Schuld am "Weglaufen" des Kindes tragen und dass es fatal wäre, dem vermeintlichen Wunsch des Kindes nachzukommen.

       
       
       

Allgemeines zu den Tipps

Diese Tipps beziehen sich nur auf den Umgang mit hochproblematischen Adoptiv- und Pflegekindern.

 

  1. Die Erziehung der Adoptiv- und Pflegekinder erfordert mehr Zeit, weit mehr Geduld und vor allem mehr Sorgfalt als für leibliche Kinder, weil zu der Erziehung noch ein Heilungsprozess dazu kommen muss.
  2. Je gesünder und jünger ein Kind ist, um so geringer ist das Maß der pädagogisch erforderlichen Intervention.
  3. Durch ein Zuviel und zu früh an Konsequenzen kann man die Probleme verschlimmern, durch ein zu spät und zu wenig ebenfalls.
  4. Diese Kinder brauchen klare Strukturen und stabile Gerüste, an denen sie sich halten und aufrichten können.
  5. Je geschädigter ein Kind ist, um so stärker müssen diese Strukturen und Gerüste sein.

 

Die Problematik der frühtraumatisierten Adoptiv- und Pflegekinder ist so individuell, dass "allgemeine Tipps" manchmal nicht zum Ziel führen.

Vereinbaren Sie in diesem Falle während meiner
Sprechstunde einen Termin mit mir, damit ich Ihnen persönlich weiterhelfen kann.