Zur Tätigkeit von Frau Dr. Bonus

1. Die Phase der Kindheit und Jugend ist für die hochproblematischen Pflege- und Adoptivkinder verhältnismäßig kurz, weil neben der Auflösung der Verhaltensproblematik noch ganz andere Aufgabenstellungen des Kindes oder des jungen Menschen bewältigt werden müssen (soziales Miteinander mit Gleichaltrigen, Schule, Ausbildung, Beruf etc.).

 

Bei zahlreichen therapeutischen Ansätzen hat sich gezeigt, dass zwar eine Aufarbeitung der Problematik erfolgt, das Befassen mit der Trauma-Problematik jedoch die Kinder oder jungen Menschen kaum in die Lage versetzt, die aktuellen weiteren gleichzeitig anstehenden und typischerweise auch nur in der Jugend zu bewältigenden Aufgaben zu erledigen (Schule, Ausbildung, Integration in die Bedingungen eines bürgerlichen Lebens).

 

Gleichwohl benötigen die betroffenen Kinder und Jugendlichen eine geeignete und erfolgreiche Hilfe, die es ihnen ermöglicht, am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen.

 

 

2. Bei der Methode von Frau Dr. Bonus geht es um eine besondere Methodik der Erziehung und Förderung derjenigen, deren Personalisation und Sozialisation unter erschwerten Bedingungen erfolgt, weil Beeinträchtigungen im körperlichen, psychischen, sozialen und geistigen Bereich vorliegen, die die Persönlichkeitsentwicklung erschweren können.

 

Der Einsatz von Frau Dr. Bonus erfolgt auf der Basis langjähriger Forschung und Praxis über das Phänomen Überlebensstrategie und im speziellen der Anstrengungsverweigerung, der Angstbeseitigungsstrategie und der Macht- und Kontrollstrategie. Frau Dr. Bonus konnte so eine pädagogische Methode mit dem Ziel entwickeln, den betroffenen Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen.

 

Bei ihrer Tätigkeit geht es darum, insbesondere den Eltern Möglichkeiten aufzuzeigen, mit den Folgen der bestehenden Frühtraumatisierung so umzugehen, dass die anstehenden Aufgaben der Kindheit und Jugend (Familie, Schule, Ausbildung etc.) aktuell bewältigt werden können, andererseits aber auch dem Kind Hilfen zu geben und das Risiko eindeutig zu minimieren, dass das Kind sich später selbst aus dem bürgerlichen Leben herauskatapultiert.

 

Entscheidend ist dabei die Tatsache, dass die Arbeit im Rahmen der Hilfeleistung sowohl mit den Eltern als auch mit dem Kind stattfindet und auch auf das weitere soziale Umfeld erweitert wird.